Firmenporträt Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH

Frank Sallowsky Foto: Bernd Cramer

Vorbereitet auf die Zukunft

Die Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH ist im Ingenieur- und Brückenbau, im gewerblichen Hochbau sowie bei ausgewählten Objekten auch im Schlüsselfertigbau tätig.


Fragt man Frank Sallowsky, den Geschäftsführer der Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH, nach den wichtigsten Projekten in der jüngsten Vergangenheit, hat er sofort zwei Beispiele parat. Und das nicht nur, weil sie anspruchsvoll waren und bestens umgesetzt wurden.

„Wir konnten 2015 auf der A45 in Hessen eine Talbrücke mit 490 Meter Länge und 20 Meter hohen Betonstützen fertig stellen“, erklärt der seit fünf Jahren amtierende Geschäftsführer. „Das sind Leistungen, die wir vorher noch nie erbracht haben. Das war auch ein finanzielles Risiko, da der Auftragswert über 20 Millionen Euro lag. Da sind wir eigentlich an unsere Grenzen gestoßen. Das funktionierte auch nur, weil unsere Muttergesellschaft sowohl in technischer, finanzieller als auch personeller Hinsicht unterstützt hat.“

Unternehmen will langfristig bestehen

Das zweite Projekt war die Fertigstellung des neun Millionen Euro teuren Rohbaus für das Sport- und Freizeitbad in Potsdam. „Das Schwimmbecken darf in der Diagonale höchstens einen Millimeter von den Planungen abweichen, da es für internationale Schwimmwettkämpfe geeignet sein muss“, berichtet Frank Sallowsky. Und deshalb müssten die Maße eben auf den Punkt stimmen. Im Bereich Betonbau eine absolute Höchstleistung.

Klar, dass die gelungene Umsetzung dieser zwei Projekte sowie der Bau von über 60 Brücken in den vergangenen 25 Jahren der Glass Ingenieurbau Leipzig einen großen Erfahrungsvorteil gibt. Denn: „Wir wissen, dass in Deutschland in den nächsten Jahren hunderte Brücken erneuert werden müssen. Die Deutsche Bahn AG schiebt einen riesigen Erneuerungsstau vor sich her.“

Frank Sallowsky weiter: „Wir haben den Vorteil, dass wir in einer Branche sind, der nie die Arbeit ausgehen wird. Man kann auch deswegen langfristig Personal entwickeln. Wir sind immer wieder bestrebt, Absolventen von den ingenieurtechnischen Fakultäten einzustellen, die wir dann mit einem erfahrenen Bauleiter mitlaufen lassen. Das ist unsere Zukunft. Mehr und mehr entwickeln wir unsere Firma in eine Größenordnung, die auch langfristig bestehen kann.“

Die Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH mit Sitz im Markkleeberger Gewerbegebiet Wachau ist eine Tochtergesellschaft der Glass GmbH Bauunternehmung mit Sitz in Mindelheim. Zusammen mit den 22 Mitarbeitern in der Berliner Niederlassung beschäftigt das Unternehmen insgesamt 140 Mitarbeiter. In der Zentrale am Südring 16 sind im Wesentlichen die Angestellten aus den Bereichen Kalkulation, Einkauf, Bauleitung, Personal- und Rechnungswesen beschäftigt.

Vom Bauhof nebenan werden die Baustellen, die etwa im Umkreis von 350 Kilometern liegen, mit technischen Geräten, Containern und Schalungsmaterial beliefert.

Nachwuchs wird selber ausgebildet

Die derzeit größte Hürde, so Frank Sallowsky, ist es, das richtige Personal zu finden, einzustellen oder zu halten. „Das ist in dieser Branche sehr schwer, da einige Mitbewerber bestrebt sind, dem anderen Personal abzuwerben. Deswegen ist ein gutes Betriebsklima wichtig“, betont der Geschäftsführer. Es gebe auch große Schwierigkeiten, Lehrlinge für die Berufe Stahlbetonbauer oder Hochbaufacharbeiter zu begeistern. „Weil die Politik ein hohes Ausbildungsniveau mit mindestens Abiturabschluss anstrebt, wollen nur wenige Jugendliche als Handwerker auf die Baustelle gehen. Doch auch die dreijährige Ausbildung zum Betonbauer erfordert Lernbereitschaft, Disziplin und Fleiß. Das wird teilweise von unseren Lehrlingen unterschätzt.“

Frank Sallowsky geht das Personalthema dennoch optimistisch an. Derzeit sind sechs Lehrlinge im Betrieb, zwei Ausbildungsverträge für das kommende Lehrjahr sind bereits unterschrieben. Ein Lehrling konnte für die Ausbildung im Rahmen eines kooperativen Studiums gewonnen werden. „Dabei erhält der Jugendliche eine insgesamt vierjährige Ausbildung zum Beton-und Stahlbetonbauer und parallel studiert er an der HTWK Leipzig Bauingenieurwesen mit Abschluss als Bachelor. Das sind beste Voraussetzungen, um später im Bereich Bauleitung arbeiten zu können“, betont der Geschäftsführer. Alle Azubis, die die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, wurden in den letzten Jahren vom Unternehmen übernommen. Viele der ehemaligen Lehrlinge haben sich seitdem zum Vorarbeiter oder Polier weiterqualifiziert.

Der Chef selbst hat Baufacharbeiter gelernt, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre studiert, bevor er nach jahrelanger Tätigkeit in einem Stahlbauunternehmen 2002 als kaufmännischer Leiter bei Glass Ingenieurbau Leipzig begann. Heute trägt er die Gesamtverantwortung, ist aber weniger für technische Abläufe – dafür gibt es die zuständigen technischen Bereichsleiter – als für Einkauf, Rechnungswesen, Personal und Controlling verantwortlich.

Was zählt: Termine und Qualität

Bei öffentlichen Ausschreibungen erhält in der Regel immer die Firma, die für den Auftraggeber das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat, den Zuschlag. Wie man das erreicht? Frank Sallowsky: „Die Kunst dabei ist es technische und kaufmännische zu finden, um den Aufwand zu minimieren.“ Nach dem Zuschlag – gesetzt der Fall, dass kein Mitbewerber in Einspruch geht, bekomme man nach einer Bindefrist den schriftlichen Auftrag. Jetzt kann man sich intensiver mit dem Projekt befassen, wobei die detaillierten Planungen schon beginnen, wenn man Submissionssieger ist.

„Wir erstellen eine Art Vergabefahrplan, was Nachunternehmerleistungen, Materialeinkäufe sowie die Baustelleneinrichtung betrifft“, so Frank Sallowsky. Häufig beginnt der Erd-und Tiefbauer mit der Erschließung der Baustelle und der Errichtung der Baugruben und erst dann kommen die Glass-Leute zum Zuge, schalen ein und betonieren. Bei allem gilt: „Die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Termine und die Qualität sind neben der Einhaltung der Budgets die wichtigsten Ziele.“

Die Mitgliedschaft im Verband ist Frank Sallowsky ebenfalls wichtig. „Man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen.“ Man habe ja die gleichen Auftraggeber, die gleichen Bedingungen, Gesetze und Probleme. Bei eventuellen Streitigkeiten mit einem Mitbewerber könne ein Verband möglicherweise vermitteln. Und dann gibt es noch die Informationen vom Verband. Ob Gesetzesänderungen, neue technische Richtlinien oder Baurechtsurteile: „So sind wir immer auf dem Laufenden.“

Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH

Südring 16
04416 Markkleeberg

Tel: 034297 – 6410
Fax: 034297 – 641125

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e-Mail: leipzig@glass-bau.de