Firmenporträt VEMOWa Straßenbau GmbH

Helmut Kroner Foto: Bernd Cramer

Auf der Straße in die Zukunft

Die Leipziger Unternehmen VEMOWa Verkehrs-Montage GmbH und VEMOWa Straßenbau GmbH kümmern sich mit 30 Beschäftigten um Schutz- und Leiteinrichtungen und die Betreuung von Betriebsstätten im öffentlichen Straßenverkehr sowie um den Asphaltdeckenschluss im Straßenbau.

Leipzig, Sonnabendnachmittag, 15.30 Uhr: Der Menschenauflauf rund um die Redbull-Arena ist abgeebbt, über 40.000 Fußballfans sind rasch und wohlbehalten ins Stadion gekommen und können sich nun dem Treiben ihrer rotgekleideten Lieblinge widmen. Dass die Massen so problemlos in so kurzer Zeit ans Ziel kommen – und nach dem Spiel wieder nach Hause – ist nicht zuletzt auch dem Leipziger Unternehmen VEMOWa Verkehrs-Montage GmbH zu danken.

Viel Aufwand, viel Verantwortung

„Wir werden durch die Stadt Leipzig sowie RB Leipzig für die Absicherung aller Spiele im Stadion gebunden. Das ganze Viertel um das Stadion herum wird von uns abgesperrt“, erzählt Elvira Wranik, Geschäftsführerin des 1993 gegründeten mittelständischen Unternehmens, das im Bereich der Baustellen- und Verkehrsabsicherung sowie der stationären Beschilderung tätig ist. Auch die Absperrungen beim Stadtwerke Leipzig Marathon, dem Halbmarathon, zum Sportschecklauf sowie bei vielen Open-Air-Konzerten wird von VEMOWa erledigt.

Was nach Routine und wenig Aufwand klingt, ist tatsächlich viel Arbeit: „Wir werden durch die Veranstaltungsstelle der Stadt Leipzig informiert, dass Absperrmaßnahmen für eine Veranstaltung erforderlich sind“, erklärt Elvira Wranik die übliche Auftragsabwicklung. Die Leiterin der zuständigen Unternehmensabteilung wird zur Beratung ins Amt geladen, der Umfang aller Sperrungen wird geplant. Die daraufhin erstellen Verkehrszeichenpläne gehen nach Genehmigung an die VEMOWa-Monteure, die die Sperrungen aufbauen. Allerdings erst am Veranstaltungstag, die Verkehrszeichen, Zäune, Schranken etc. werden bis dahin vor Ort seitlich deponiert.

Mindestens 72 Stunden vor Veranstaltungsbeginn müssen noch Halteverbote errichtet werden, mitunter sind es mehr als 150 Stück. „Diese sind mit Zeitzusätzen auszurüsten, die wir vorher selbst anfertigen“, berichtet Elvira Wranik. VEMOWa ist auch dafür verantwortlich, die zum Zeitpunkt der Aufstellung im Haltverbot befindlichen Fahrzeuge zu dokumentieren. Eine entsprechende Meldung geht an das zuständige Amt und das entscheidet, ob diese Fahrzeuge kostenpflichtig abzuschleppen sind oder nicht. „Durch unsere Arbeit greifen wir in die täglichen Gewohnheiten der Anwohner und Autofahrer ein, deren Reaktion nicht immer nett ist“, so Elvira Wranik. Nach dem Ende der Veranstaltung werden die Sperrungen aufgehoben, das Material kommt zurück ins Lager.

Arbeit und Geld liegen auf der Straße

Elvira Wranik hat die Geschäftsführung des Unternehmens 1996 übernommen, bis dahin kümmerte sich die Unternehmerin um die Buchhaltung und die kaufmännischen Belange der Firma, deren Gründung mit der Wende Gestalt annahm. „Mein Mann und ich standen 1990 mehr oder weniger auf der Straße und überlegten, womit wir den Lebensunterhalt für unsere vierköpfige Familie bestreiten wollen“, erinnert sie sich. „Wir sagten uns, eigentlich liegt das Geld auf der Straße, denn die Verkehrsschilder, Geländer, Straßen insgesamt waren nicht mehr in Ordnung. Und so beschlossen wir, uns selbständig zu machen.“

Heute beschäftigt Elvira Wranik 30 Mitarbeiter, 18 in der Verkehrs-Montage, zwölf im Straßenbau. Letzterer Bereich entstand eigentlich auf Kundenwunsch: „Kunden, die wir zum damaligen Zeitpunkt in der Baustellenabsicherung bedienten, drängten mehr oder weniger dazu, auch Asphaltarbeiten auszuführen.“ Die Begründung: „Sie sind doch die erste auf der Baustelle, warum dann auch nicht die Letzte und machen den Asphaltdeckenschluss?“ So wurde 1996 die dafür nötige Technik angeschafft, Fachpersonal eingestellt und ab 2005 diese Tätigkeiten in die VEMOWa Straßenbau GmbH verlagert. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen ist natürlich eingespielt.

Die Auftragsabwicklung im Straßenbau läuft etwas anders: Bei Aufträgen für Deckenschluss aus Asphalt im Handeinbau beispielsweise übernimmt ein Bauleiter die Bearbeitung. „Da im Allgemeinen der Einbau der Asphaltschichten per Hand bei einem Graben in etwa 100 Meter Schritten erfolgt, ist es wichtig, die Einsatztage und -zeiten für Technik und Personal zu planen“, erläutert Elvira Wranik. „So können wir täglich gleich mehrere Baustellen mit unseren Asphaltteams bedienen, die mit unterschiedlich großen beheizten Asphaltthermocontainern und je nach Bedarf bis zu zwei Kammern für unterschiedliche Asphaltsorten ausgestattet sind.“ Dabei wird permanent Kontakt zum Auftraggeber gehalten und auch zum Mitarbeiter des Amtes, der letztlich mit einem Abnahme-Dokument das Ende der Arbeiten und bestätigt und so die Rechnungslegung ermöglicht.

„Mittlerweile gibt es in Leipzig wohl kaum eine Straße, in der wir noch keinen Asphaltdeckenschluss ausgeführt haben“, ist sich Elvira Wranik sicher. Auch in Zeitz oder Weißenfels ist das Unternehmen zugange. Und als Tiefbau- und Montageunternehmen ist VEMOWa seit vielen Jahren für die Hersteller von Lichtsignalanlagen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg tätig. „Wir haben bereits mehr als 150 Lichtsignalanlagen gebaut – von der Herstellung der Fundamente für die Maste, der Verrohrung der Lichtsignalanlage mit dem Steuerschrank, dem Einzug von Kabeln bis hin zur Montage der Maste einschließlich der Ausführung aller erforderlichen Straßenbauarbeiten.“

Immer die richtige Beratung zur Stelle

In Leipzig stammen die statischen und dynamischen Anzeigetafeln für die Parkwegweisung von VEMOWa, auf der neuen B6 sämtliche Lichtsignalanlagen vom Ortsausgang bis zur Anschlussstelle Großkugel. Die entfernteste Baustelle bislang lag in Lüneburg, wo das Leipziger Unternehmen sämtliche Arbeiten für das Aufstellen der Ortsumgehungsschilder erbrachte. Elvira Wranik will keines ihrer Projekte besonders hervorheben: „Sicher freut man sich, wenn ein Projekt mit einer größeren Rechnungssumme gut gelaufen ist, aber auch die kleineren tragen zum guten Betriebsergebnis bei.“

Eine ständige Herausforderung sei es, Nachwuchs zu finden, also Mitarbeiter, die willig und fähig sind. Die ältere Generation gehe nach und nach in Rente und nun werde diese Suche schwieriger und schwieriger. Auch in diesem Zusammenhang schätzt Elvira Wranik die Verbandsarbeit: „Das ist eine Interessengemeinschaft. Alle haben im Prinzip die gleichen Probleme, die zu bewältigen sind. Man befindet sich unter Seinesgleichen, kann sich austauschen und bekommt so manches Problem schneller gelöst. In Verbindung mit der Rechtsanwaltskanzlei ist das natürlich eine super Sache. Man hat immer die richtige Beratung zur Stelle.“ Um die Zukunft des Unternehmens ist Elvira Wranik nicht bange, im Gegenteil: „Ab einem bestimmten Alter macht man sich Gedanken, wie sollen die Unternehmen weitergeführt werden. Da mein Sohn Nils bei der Wahl seiner Studienrichtung als Wirtschaftsingenieur Bauwesen mich bereits hoffen ließ, alles mal weiter zu führen, bin ich heute sehr glücklich darüber, dass es wirklich so gekommen ist. Nils ist seit mittlerweile sechs Jahren bei mir beschäftigt, hat in beiden Unternehmen die Prokura und ich plane in diesem Jahr, ihm die Geschäfte der Straßenbau GmbH generell zu übertragen. Sicher verbleibe ich noch im Unternehmen und stehe ihm beratend zur Seite.“

VEMOWa Straßenbau GmbH

Am Börnchen 4
04159 Leipzig

Geschäftsführung: Elvira Wranik

Tel: 0341-46785-0
Fax: 0341-46785-17/18

Web: www.vemowa.de
Mail: info@vemowa.de